Objekt regressiver Kritik des postmodernen Fußballs: RB Leipzig

Ihr wollt Fußball so wie früher? Kritik der politischen Ökonomie und traditionalistischer Affirmation des postmodernen Fußballs

Eine vitale Diskussion entwickelte sich in den vergangenen Jahren, zumal durch den Aufstieg des RB Leipzig, über die Kommerzialisierung des Fußballsports, vermeintliche Heuschrecken, verkürzte Kapitalismuskritik, Plastikmannschaften, echte Fans und nicht zuletzt die Frage, ob die Anhängerschaft eines Vereins denn nun „Links“ oder „Rechts“ wäre.

Emanzipierte Fußballfans, insbesondere Assoziierte der Ultra-Bewegung treten bei Mitgliederversammlungen selbstbewusst als politische Akteure auf und initiieren gesellschaftliche Projekte abseits des Stadions. Ein Beispiel hierfür ist die Vergegenwärtigung der jüdischen Wurzeln des FC Bayern München und insbesondere die ‚Wiederentdeckung‘ des ersten Bayern-Präsidenten und Naziopfers Kurt Landauer durch die Ultragruppierung ‚Schickeria München‘. Das seither jährlich stattfindende antirassistische Kurt-Landauer-Turnier der Schickeria entspringt eben jenem Denken, sich nicht nur samstags zwischen 15:30 Uhr und 17.15 Uhr mit seinem Verein zu identifizieren. Doch diese Identifikation wird auf eine harte Probe gestellt, wenn sich Ultras mit der kulturindustriellen Warenform des Profifußballs – in Form der Eventisierung des Stadionbesuchs etwa – konfrontiert sehen. […]

Habermas' Antwort auf Ernst Noltes Revisionismus. "Die Zeit" vom 11. Juli 1986, Foto: Franziska May (CC BY-NC-ND 3.0)

Antisemitismus ist ohne Relevanz. Zum Tod von Ernst Nolte und dem deutschen Selbstverständnis

Ernst Nolte ist gestorben und eine Reihe von Nachrufen ging durch den deutschen Feuilleton. Wie Nachrufe so sind – über Tote soll man nicht schlecht sprechen – halten sie ihre Bewertungen in den vermeintlichen Grenzen der Freundlichkeit und behaupten mal lapidar häufig anerkennend, Ernst Nolte sei der Historiker, der den Historikerstreit initiierte – als sei Revisionismus eine rühmliche Lebensleistung. […]

corbyn

The British left: mourning and organising after Brexit

The vote by 17,410,742 British people to leave the EU has left the country, the EU, and the world in shock. As we recover from this shock, we must act together to define a post-Brexit world. Attempting to describe the racism Our understanding of the effect of Brexit must start with the lived experience of Read more about The British left: mourning and organising after Brexit[…]

Not a left wing voice, but a very british one.

Brexit and the UK Left

  The ‘Brexit debate’ about whether the UK should vote to leave the EU on 23 June has been dominated by right wing voices. The ruling Conservative Party and the billionaire-owned mass media have gone to war with themselves, crowding out left wing narratives. Yet a vibrant left wing debate has been taking place, albeit Read more about Brexit and the UK Left[…]

Aufstand des Kleinbürgertums. Infantilisierung und Männerbünde in der Linken

Zu Lenins Überzeugungen gehörte es, dass die urwüchsige Organisationsform des Industrieproletariats die Gewerkschaft sei und dieses, anders als es noch Marx hoffte, nicht aus sich heraus zur Revolution dränge. Verbittet sich angesichts der historischen Erfahrung zwar Lenins Folgeschritt, einer revolutionären Kaderpartei daher die Führung der Arbeiterschaft aufzutragen, so lässt sich doch festhalten, dass Lenin, zumindest mit seiner Analyse, anscheinend Recht hatte. Wo immer die kapitalistische Produktionsweise Fuß fasste, die Arbeiterschaft organisierte sich in Massenorganisationen und das collective bargaining war Mittel der Wahl im Klassenkampf. Spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts wiederum war diese Arbeiterschaft aber in die bürgerliche Gesellschaft integriert und der alltägliche Interessenkonflikt zwischen Arbeit und Kapital war ritualisiert und seiner revolutionären Sprengkraft beraubt. […]

Europäischer Antizionismus. Zur „Wiedergutwerdung Europas“ am Pariastaat Israel.

Das Jahr 2015 erscheint aus Sicht der Europäischen Union als Krisenjahr, welches die Staatengemeinschaft vor mehrere Zerreißproben stellte. Der wirtschaftliche und folglich soziale Kollaps Griechenlands, die nationale Rückbesinnung Großbritannien sowie die Flüchtlingstrecks über das Mittelmeer und durch den Balkan stellen die EU vor fundamentale Fragen. Nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit sondern auch die politische Annäherung Read more about Europäischer Antizionismus. Zur „Wiedergutwerdung Europas“ am Pariastaat Israel.[…]

The gentle brute: Wie es kam, dass in Europa wieder deutsch gesprochen wird

Deiner Ordnung, Fehlberechnung, Bildungslücke
entspringt Dein Gott in Deinem Fall die Barbarei
Aus diesem Grund und einem Keller voller Leichen
zieht es Deutschland nach Europa
und ohne sich zu öffnen stellt es Weichen
um Schuld und Angst gleich unter Gleichen fernzuhalten
sich mit Sicherheit noch weiter zu verdrängen
in ein totales Sinn- und Sein- und Zeitbedürfnis
das wie zuvor nur in sich selber kreisen kann
ein neues Haus, das alte, Heimat
bleibt bei der Stange stehen in alter Tradition
kommt ohne wegzugehen an.

(Blumfeld: L’état et moi)

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom Lehrstuhlinhaber zum sozialwissenschaftlichen Klassiker besteht darin, einen Begriff zu prägen, der über das wissenschaftliche Feld hinaus wirkt. Wenn sich das überregionale Feuilleton dann Global Cities, die Weltrisikogesellschaft oder die Neuen Kriege in den Sprachgebrauch übernommen hat, kann man die Zeit bis zur Pensionierung als Keynote-Speaker, Interviewpartner von Alexander Kluge oder populärwissenschaftlicher Visionär fristen. Letzteren Weg wählte Herfried Münkler, der es trotz kleinerer Streitigkeiten mit seinen Erstisi fertig brachte, 2015 drei Monoraphien zu veröffentlichen. Den schmittschen Reigen von Raumii und Kriegiii komplettiert ein Werk über die zukünftige Rolle Deutschlands in Europa.iv

[…]

Wollt ihr den totalen Frieden? Appeasement, Faschisierung und postmoderne Zivilisationsmüdigkeit im neuen Europa.

Es sieht finster aus in Europa. Der zunehmenden Faschisierung der europäischen Nationalstaaten steht eine desorganisierte, theoretisch verarmte Mainstream-Linke gegenüber. Genau so kann von einer gemeinsamen Anstrengung gegen den Islamismus nicht die Rede sein, denn die Appeasementpolitik gegenüber all seinen Unterstützern wird höchstens mal von blindem, wirkungslosem Aktionismus abgelöst, wenn der Dschihad das europäische Festland erreicht. Die einzige Antwort staatlicherseits, ist die Ausdehnung von Überwachung und Repression bei gleichzeitiger Abschottung Europas vor dem Rest der Welt. Den Tod tausender verzweifelter Flüchtlinge vor den EU-Außengrenzen nimmt man damit ebenso in Kauf wie den starken Anstieg rassistischer und antisemitischer Gewalt. […]

Kulturkampf um die Hofburg

Am kommenden Wochenende findet die Stichwahl um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten statt. Mit Norbert Hofer hat dabei erstmals ein Kandidat der FPÖ aussichtsreiche Chancen in die Hofburg einzuziehen. Wir haben mit dem Künstlerkollektiv Wien, einer Gruppe von KünstlerInnen, die in Wien leben und arbeiten, über die Gefahr für die kulturelle Linke gesprochen. Distanz: Für Read more about Kulturkampf um die Hofburg[…]