Was müssen das für Menschen sein, die sich die Arbeit machen, Bücher über die Kritik der Arbeit zu schreiben?

Bierernst sang Peter Licht 2006 vom Ende des Kapitalismus, dass der alte Schlawiner uns lang genug auf der Tasche gelegen, nun aber endlich vorbei sei. Mit der im darauffolgenden Jahr einsetzenden Finanzkrise wurde der Song zum Mantra aller zivilisationsmüden PostwachstumsaktivistInnen, die es leid waren, ihre ‚kapitalistischen Bäuche‘ noch länger mit sich herumzutragen. Vom Ende des Kapitalismus ist indes nichts zu sehen. Anpassungen, beispielhaft der von Bob Jessop beschriebene Übergang vom „Keynesian welfare national state to schumpeterian workfare post-national regime“, überbrücken Krisen und erneuern so das System. Damit einher gehen Veränderungen in den Produktionsverhältnissen, die – in Abgrenzung zur klassischen Fabrikarbeit – als Postfordismus gelabelt sind. […]

Das Unaufgeregte der Provinz als Heilmittel für die interaktive Kunst – Rezension der Ausstellung WERKsHANDLUNGen vom Künstlerinnenduo zwischenbericht

„Obwohl die formale Entwicklung der Kunst in immer schnellerem Tempo weitergegangen ist, ist ihre gesellschaftliche Funktion verkümmert. Kunst ist eine Ware von vorübergehender Aktualität, aber der Markt ist winzig und Ansehen und Preise steigen, je weniger aktuell das Angebot ist. Es fällt mir schwer mich damit abzufinden, dass Kunst nicht zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen kann.“ […]