Antisemitismus und der Hass auf die „halbierte Aufklärung“

Samuel Salzborns neues Buch Globaler Antisemitismus als Plädoyer für einen antimissionarischen Universalismus. Der derzeitig am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin als Gastprofessor arbeitende Politikwissenschaftler Samuel Salzborn gilt als einer der renommiertesten Experten zum Thema Antisemitismus. Sein neues Buch bietet eine strukturanalytische und weltgeschichtliche Perspektive, die einerseits pointiert den Stand der theoretischen Antisemitismusforschung widerspiegelt, andererseits Read more about Antisemitismus und der Hass auf die „halbierte Aufklärung“[…]

Besprechung von Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik

Nach den Sammelbänden Feministisch streiten und Beißreflexe, die hohe Wellen in den Debatten linker, feministischer und akademischer Provenienz schlugen1, legt der Berliner Querverlag einen neuen Sammelband auf, der vom Historiker Vojin Saša Vukadinović herausgegeben wird und thematisch anschließt. Vukadinović war bereits als Autor an Beißreflexe beteiligt, tritt als scharfer Kritiker der Gender Studies und queerem Read more about Besprechung von Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik[…]

Feministisch streiten oder: Zum Stand des zeitgenössischen materialistischen Feminismus

Besprechung von Koschka Linkerhand (Hrsg.): Feministisch streiten. Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen Allerorten herrscht Einigkeit darüber, dass mit dem derzeitigen Feminismus nicht mehr viel anzufangen ist. Der Queerfeminismus dominiert dieses Feld politischer Theorie und Praxis so allgegenwärtig, dass selbst diejenigen ihn oft notgedrungen ins Zentrum ihres feministischen Denkens stellen, die ihn ausdrücklich ablehnen Read more about Feministisch streiten oder: Zum Stand des zeitgenössischen materialistischen Feminismus[…]

Besprechung von: „Karl Marx in Paris, die Entdeckung des Kommunismus“ von Jan Gerber

Dass zum 200. Geburtstag von Karl Marx etliche Bücher erscheinen, die sich mit Leben und Werk Marx‘ auseinandersetzen ist kaum verwunderlich. Jedoch hat Marx bereits seit der Finanzkrise von 2008 nicht nur in der Linken, sondern auch in Wissenschaft und Feuilleton Hochkonjunktur. Jan Gerber legt mit Karl Marx in Paris dagegen ein Buch vor, das Read more about Besprechung von: „Karl Marx in Paris, die Entdeckung des Kommunismus“ von Jan Gerber[…]

Anwalt & selbsternannter Klassensprecher: Christian Barons „Proleten, Pöbel, Parasiten“

Beim neuerlichen Besuch eines Gastwissenschaftlers aus Großbritannien kam das Gespräch – vermittelt über den Brexit – auf die Mitgliedschaft meines Kollegen in der Green Party. Der Gefahr bewusst, dass dieses Gespräch kippen könnte, lenkte ich den Fokus von der Insel schnell auf Deutschland, gab vor keine Kenntnisse von der britischen Ausprägung der Bewegungspartei zu haben und führte an, dass diese in Deutschland eine Partei von und für die gehobene Mittelschicht ist. Der Kollege antwortete in einem Tonfall, den ich zunächst für beispielhaftes britisches Understatement hielt: „Let’s say well educated“. […]

Die Identitären – Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa

Im Februar 2013 erreichte eine lose organisierte, neurechte Strömung breite Bekanntheit. Sogar die Tagesthemen und die Tagesschau berichteten von ihr, der Identitären Bewegung. Die digitalen Plattformen und Netzwerke erlebten hohen Zulauf. Seitdem ist es ruhig geworden um die Identitären, zumindest in Deutschland. In Frankreich dagegen besetzten sie im Mai 2012 vermutlich aus Protest gegen die Einführung der eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Paare, das Parteigebäude der Sozialisten in Frankreich. Im September 2014 vermummten sich Anhänger der Identitären in Wien und spielten eine Hinrichtung nach Art der IS-KämpferInnen nach. Beide Aktionen erzeugten relativ hohe Aufmerksamkeit.

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Mit einem charmanten Neurotiker auf Entdeckungsreise durch Israel – Rezension zu Tuvia Tenenboms neuem Buch „Allein unter Juden“

Als am 18. November 2014 zwei palästinische Extremisten vier Menschen in einer Jerusalemer Synagoge ermordeten, zeigten sich sogar deutsche Medien einigermaßen bestürzt. Das heute journal, stets bemüht um eine (israel-)kritische Berichterstattung schaffte es, die Familie des getöteten Attentäters zu interviewen, die nicht nur von der Verzweiflung der palästinensischen Bevölkerung lamentieren durften, sondern auch noch das letzte Wort erhielten. Dieser furchtbare Beitrag ist bezeichnend für die Berichterstattung über Israel, die wohl auf einem durch Sprachbarrieren erzeugten Mangel an Originaltönen und auf einem zu viel an Ressentiments beruhen. Umso erfreulicher ist deshalb das neuste Buch Tuvia Tenenboms, das im Herbst 2014 im Suhrkamp Verlag erschien: „Allein unter Juden“. […]