Philipp Auerbach (2. v.r) zu Gast bei der Jüdischen Gemeinde in Starnberg (Foto: Yad Vashem)

Der lange Arm der nationalsozialistischen Rechtsprechung. Über den Tod Philipp Auerbachs und die „zweite Schuld“ der Deutschen.

Am 16. April 1952 trat in München ein aus ehemaligen Nationalsozialisten bestehendes Gericht zu einer Verhandlung über Holocaustüberlebenden Philipp Auerbach zusammen. Den Vorsitz des dreiköpfigen Gerichts übernahm kurzfristig der ehemalige Pg. Josef Mulzer, der in der Zeit des Nationalsozialismus zum Oberkriegsgerichtsrat aufstieg. Auch einer der beiden Staatsanwälte sowie der psychiatrische Sachverständige, Wulf Ziehen, waren ehemalige Mitglieder der NSDAP. Ein Beisitzer des Gerichts war Mitglied der SA. Der Prozess wurde begleitet von einer antisemitisch gefärbten Kampagne gegen Philipp Auerbach. Der ungerechtfertigte Schuldspruch trieb ihn schließlich in den Suizid.

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Nazis stießen in der FDP auf fruchtbaren Boden | Wahlkampfplakat zur Bundestagswahl 1949

Es muss nicht immer Bomber Harris sein. Britische Sicherheitskräfte und die Nazis in der FDP.

Im November 1952 erscheint ein Artikel über den SS-Mann, Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und den laut Hitlers Testament designierten Nachfolger Goebbels als Reichspropagandaminister, Werner Naumann, in der Stockholmer Zeitung Dagens Nyheter. Voller Einzelheiten schildert der Artikel das von ihm aufgebaute und aus über 100 ehemaligen ranghohen NS- und SS-Funktionären bestehende Netzwerk, das seit einigen Jahren bereits die FDP unterwanderte und mittlerweile den rechten Flügel mehrerer Landesverbände – allen voran Nordrhein-Westfalen – beherrschte und als langfristiges Ziel den politischen Umsturz samt Wiederkehr eines nationalen Sozialismus hegte. […]